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14.11 Antifaschistisches Gedenken in Lägerdorf

November 15, 2010

Volkstrauertag wenn Sie vom Frieden reden meinen sie Krieg

 

An dem sogenannten „Volkstrauertag“ hoffen Blumenläden auf möglichst große Umsätze und die Gemeinden, Bundesländer und der Bundestag gedenken kollektiv den „Gefallenen der beiden Weltkriege“.

 

Dies haben wir zum Anlass genommen, den wirklichen Opfern zu Gedenken:

Den Opfern von faschistischer Gewaltherrschaft, von Antisemitismus und von Nationalismus.

 

Wir begreifen diesen Tag ausdrücklich nicht als „Volkstrauertag“, sondern als einen notwendigen Schritt, Konstruktionen wie „Volk“ zu demontieren.

Eben dieses Volk war mitverantwortlich an den Verbrechen des dritten Reiches und der Verfolgung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, „Asozialen“ und allen die nicht in die „Volksgemeinschaft“ hineingepasst haben.

Sei es durch stillschweigen und wegsehen, durch denunzieren, dem einfachen mitmachen, oder dem begeistertem Fanatismus.

Der letzte Satz lässt sich fast eins zu eins auf die Pogrome von Rostock Lichtenhagen oder Hoyerswerda übertragen. Es waren und sind nicht nur Taten von Einzelnen gewesen, sondern Taten einer kollektiven Mobs.

Die Denkweise hat sich bis heute nicht geändert, schwarz- rot- gold überschwemmt die Fussball WM, der einfache Bürger kann sich ausgezeichnet mit Sarrazin identifizieren und Ausländer sind wenn überhaupt gerade gut genug wenn sie nichts kosten, sondern etwas „wert“ sind.

Eben dieses Volk gedenkt heute den „Gefallenen der beiden Weltkriege“, da wird heute dann auch nicht unterschieden wer Opfer und wer Täter war, den Soldaten der deutschen Wehrmacht wird genauso gedacht, wie den Gefallenen Soldaten der Alliierten, die uns unter Einsatz Ihres Lebens vom Hitlerfaschismus befreit haben.

Dass hierbei verschwiegen wird, dass die deutsche Wehrmacht unendliches Leid über die Menschen der besetzten Länder gebracht hat, ist eine Verhöhnung der wahren Opfer.

Die deutsche Wehrmacht und ihre Soldaten, ob gefallen oder noch am Leben, waren keine Opfer und werden auch nie welche werden, sie waren, sind und werden Verbrecher und Mörder bleiben.

 

Das alte und neue Nazis dieses Datum missbrauchen um ihren „Helden“ zu Gedenken, ist auf allen Ebenen zu bekämpfen.

Es gilt aber darauf zu achten, dass auch über den Tellerrand hinweg gesehen werden muss, so wird z.B. das gerade in rechtsradikalen Kreisen weitverbreitete Lied „Der gute Kamerad“ standesgemäß auch im Bundestag zum „Volkstrauertag“ gesungen.

 

Es darf nicht vergessen werden, dass dieser Tag traditionell auch für (Partei)eigene Interessen genutzt wird und aktuelle Diskussionen in den Reden mit aufgegriffen werden.

Das es sich hierbei allerdings um reaktionäre oder schlichtweg falsche Aussagen geht, bleibt weitgehend unerwähnt.

Ob nun die Verbrechen des dritten Reiches mit denen der Roten Armee gleichgestellt werden, ein Schwenk zur aktuellen Extremismustheorie gemacht wird, oder der Auslandseinsatz der Bundeswehr als unabdingbar für die Sicherung des Friedens propagiert wird: Lüge bleibt Lüge.

 

Wir stellen uns diesen Lügen als Teil der antifaschistischen Linken und nicht als Teil irgendeines „Volkes“ und gedenken denjenigen, die durch die Verbrechen des dritten Reiches verfolgt und ermordet worden sind.

Wir gedenken allen die sich für die Befreiung vom Hitlerfaschismus eingesetzt haben.

Wir gedenken den Partisanen und den Widerstandskämpfern, die durch Sabotageaktionen und  Widerstand ob friedlich oder militant, für die Freiheit und für das Leben gekämpft haben.

 

Kein Vergeben,

kein Vergessen,

kein Aufgeben,

aber Hoffnung.

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From → Aktuelles

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